PV-Strom sinnvoll selbst nutzen. Sechs Möglichkeiten, wie Sie Ihren Solarstrom im eigenen Haus einsetzen, statt ihn günstig einzuspeisen.
Eine neue Photovoltaikanlage produziert tagsüber oft mehr Strom, als im Haus gerade benötigt wird. Der überschüssige Solarstrom wird dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist und nach den geltenden Regelungen vergütet. Doch mit sinkender Einspeisevergütung wird es zunehmend interessanter, den Photovoltaik Eigenverbrauch zu erhöhen und möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt im eigenen Haus zu nutzen.
Denn jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom kann den Bezug von vergleichsweise teurem Netzstrom reduzieren. Gleichzeitig lässt sich überschüssige PV-Energie für Anwendungen nutzen, die ohnehin Energie benötigen, vom Elektroauto über Warmwasser und Wärmepumpe bis hin zur Klimaanlage.
Auch mit Blick auf eine Zukunft mit sehr niedrigen oder möglicherweise ganz entfallenden Einspeiseerlösen lohnt es sich, die eigene Photovoltaikanlage von Anfang an als Teil eines intelligenten Gesamtsystems zu planen. Eine mögliche Alternative zur klassischen Einspeisevergütung ist die Direktvermarktung des Solarstroms. Diese kann jedoch mit zusätzlichem technischem und organisatorischem Aufwand sowie Kosten verbunden sein.
naturwärme unterstützt Sie dabei, Ihren PV-Strom möglichst sinnvoll im eigenen Gebäude einzusetzen und die verschiedenen Verbraucher intelligent miteinander zu verknüpfen.
Das Ziel ist einfach: Möglichst wenig selbst erzeugten Strom günstig abgeben und möglichst wenig Strom teuer aus dem öffentlichen Netz zurückkaufen.
Eine Photovoltaikanlage erzeugt ihre höchste Leistung typischerweise tagsüber. In vielen Einfamilienhäusern ist der Strombedarf zu dieser Zeit jedoch vergleichsweise gering. Ohne zusätzliche Verbraucher oder intelligente Steuerung entsteht deshalb ein Stromüberschuss.
Genau hier setzt die Eigenverbrauchsoptimierung an.
Statt überschüssigen Solarstrom einfach einzuspeisen, können elektrische Verbraucher gezielt dann aktiviert werden, wenn ausreichend PV-Leistung vorhanden ist. Ein modernes Home Energy Management System (HEMS) kann Erzeugung und Verbrauch erfassen und geeignete Geräte automatisch steuern.
So wird aus einer einzelnen Photovoltaikanlage ein intelligentes Energiesystem für das gesamte Haus.
Ein Elektroauto bietet eine der interessantesten Möglichkeiten, den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage zu erhöhen. Die Fahrzeugbatterie kann große Energiemengen aufnehmen und das Laden lässt sich zeitlich gut an die Stromproduktion der PV-Anlage anpassen.
Besonders interessant ist eine smarte Wallbox mit PV-Überschussladen.
Anstatt das Elektroauto unmittelbar nach dem Einstecken mit maximaler Leistung zu laden, kann eine intelligente Steuerung die Ladeleistung an den aktuell verfügbaren Solarstrom anpassen.
Produziert die PV-Anlage beispielsweise gerade deutlich mehr Strom als das Haus benötigt, wird die Ladeleistung erhöht. Ziehen Wolken auf oder steigt der Stromverbrauch im Gebäude, kann die Ladeleistung entsprechend reduziert werden.
Das bringt mehrere Vorteile:
Wer tagsüber regelmäßig ein Elektroauto zu Hause stehen hat, kann damit einen erheblichen Teil des überschüssigen Solarstroms sinnvoll nutzen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von überschüssigem Photovoltaikstrom zur Trinkwassererwärmung.
Hierfür kann beispielsweise ein elektrischer Heizstab in einen geeigneten Warmwasserspeicher integriert werden. Besonders sinnvoll wird diese Lösung in Verbindung mit einer intelligenten Regelung.
Die Steuerung erkennt, wann die Photovoltaikanlage einen Überschuss produziert, und schaltet den Heizstab gezielt zu. Der ansonsten eingespeiste Solarstrom wird dadurch in Wärme umgewandelt und im Warmwasserspeicher gespeichert.
Das kann gleichzeitig die bestehende Heizungsanlage entlasten. Gerade während der sonnenreichen Monate muss beispielsweise eine vorhandene Öl-, Gas- oder Pelletheizung unter Umständen weniger häufig ausschließlich für die Warmwasserbereitung starten.
Eine interessante Alternative zum Heizstab ist eine Brauchwasserwärmepumpe.
Während ein elektrischer Heizstab elektrische Energie unmittelbar in Wärme umwandelt, nutzt die Brauchwasserwärmepumpe zusätzlich Wärme aus der Umgebungsluft. Dadurch kann sie aus einer Kilowattstunde Strom, abhängig von Gerät und Betriebsbedingungen, mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen.
Wird die Brauchwasserwärmepumpe bevorzugt während der PV-Erzeugungszeiten betrieben, lässt sich auch damit der Photovoltaik Eigenverbrauch sinnvoll erhöhen.
Welche Variante besser geeignet ist, hängt unter anderem vom vorhandenen Warmwasserspeicher, dem verfügbaren Platz, der bestehenden Heizung und dem individuellen Verbrauch ab.
Wer einen besonders großen Teil seines Energieverbrauchs elektrifizieren möchte, kann über die Umrüstung der bestehenden Heizung auf eine Wärmepumpe nachdenken.
Das Prinzip einer Wärmepumpe ähnelt vereinfacht dem eines Kühlschranks, nur mit umgekehrter Zielsetzung. Sie entzieht der Umgebung Wärme und hebt diese mithilfe eines elektrisch betriebenen Kältekreislaufs auf ein für Heizung und Warmwasser nutzbares Temperaturniveau.
Als Wärmequelle kommen je nach System beispielsweise Außenluft, Erdreich oder Grundwasser infrage.
In Kombination mit einer Photovoltaikanlage entsteht eine besonders interessante Verbindung: Ein Teil des für die Wärmepumpe benötigten Stroms kann direkt vom eigenen Dach kommen.
Eine intelligente Regelung kann beispielsweise versuchen, Betriebszeiten der Wärmepumpe verstärkt in Zeiten mit hoher PV-Produktion zu verschieben. Auch thermische Speicher und die Gebäudemasse können in einem gewissen Rahmen genutzt werden, um Energie zeitlich zu speichern.
Ob eine Wärmepumpe für ein bestehendes Gebäude sinnvoll ist, sollte jedoch individuell geprüft werden. Heizlast, Heizflächen, benötigte Vorlauftemperaturen, Dämmstandard und das bestehende Wärmeverteilsystem spielen dabei eine wichtige Rolle.
Eine Klimaanlage ist eine weitere interessante Möglichkeit, PV-Überschuss im Sommer sinnvoll zu nutzen.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Stromerzeugung und Kühlbedarf passen zeitlich häufig gut zusammen.
An heißen und sonnigen Sommertagen produziert die Photovoltaikanlage besonders viel Energie. Gleichzeitig steigt der Bedarf zur Kühlung der Wohnräume.
Anstatt überschüssigen Strom zu niedrigen Erlösen ins Netz einzuspeisen, kann dieser für den Betrieb einer effizienten Klimaanlage genutzt werden.
Moderne Split-Klimaanlagen arbeiten technisch ebenfalls als Wärmepumpen. Viele Geräte können deshalb nicht nur kühlen, sondern in der Übergangszeit auch effizient heizen.
Damit kann eine Klimaanlage gleich doppelt zur sinnvollen Nutzung des eigenen Solarstroms beitragen.
Nicht jeder PV-Überschuss muss von einem großen Verbraucher aufgenommen werden. Auch kleinere elektrische Geräte lassen sich intelligent steuern.
Eine einfache Möglichkeit hierfür sind smarte Funksteckdosen.
Beispiele sind die FRITZ!DECT 200 für den Innenbereich und die FRITZ!DECT 210, die sich auch für bestimmte Anwendungen im Außenbereich eignet.
In Verbindung mit einem geeigneten Energiemanagement können angeschlossene Verbraucher gezielt aktiviert werden, wenn ausreichend Solarstrom zur Verfügung steht.
Über den Mainova Dynamik-Manager als Home Energy Management System (HEMS) können entsprechende Verbraucher in ein übergeordnetes Energiekonzept eingebunden werden.
Denkbare Anwendungen sind beispielsweise Pumpen, Entfeuchter, elektrische Heizgeräte oder andere Verbraucher, deren Betriebszeit flexibel verschoben werden kann.
Das Grundprinzip bleibt immer gleich:
Sinkt die verfügbare PV-Leistung wieder, kann der Verbraucher abhängig von der jeweiligen Steuerungslogik abgeschaltet werden.
So lassen sich auch kleinere Stromverbraucher zu einem Bestandteil der intelligenten Eigenverbrauchsoptimierung machen.
Eine ungewöhnlichere Möglichkeit zur Nutzung von PV-Überschüssen ist Bitcoin-Mining.
Beim Bitcoin-Mining führen spezialisierte Computer, sogenannte ASIC-Miner, Rechenoperationen für das Bitcoin-Netzwerk aus. Dafür benötigen die Geräte elektrische Energie. Als Gegenleistung entsteht für den Betreiber grundsätzlich die Möglichkeit, Einnahmen aus dem Mining zu erzielen.
Damit lässt sich überschüssiger Photovoltaikstrom wirtschaftlich anders verwerten: Statt die Kilowattstunde ins Stromnetz einzuspeisen, wird die Energie für Rechenleistung eingesetzt.
Bei einer geeigneten technischen Konfiguration kann ein Miner bevorzugt oder ausschließlich dann betrieben werden, wenn tatsächlich überschüssiger PV-Strom zur Verfügung steht.
Ob sich das wirtschaftlich lohnt, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere:
Je nach Marktlage und individuellen Rahmenbedingungen kann der wirtschaftliche Ertrag aus der Nutzung des überschüssigen Stroms für Mining höher sein als bei einer alternativen Vermarktung des Stroms. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht, da sich die Wirtschaftlichkeit des Minings laufend verändert.
Ein zusätzlicher Aspekt: Praktisch die gesamte elektrische Leistungsaufnahme eines Miners fällt letztlich als Wärme an. Bei einem durchdachten Konzept kann daher geprüft werden, ob und wie diese Abwärme sinnvoll genutzt werden kann.
Wallbox, Heizstab, Brauchwasserwärmepumpe, Wärmepumpe, Klimaanlage, Funksteckdosen oder sogar Bitcoin-Miner: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Photovoltaik Eigenverbrauch zu erhöhen.
Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht:
Sondern:
Einzelne Geräte unabhängig voneinander zu installieren, schöpft das Potenzial einer modernen Photovoltaikanlage häufig nicht vollständig aus.
Deshalb sollte bereits bei der Planung festgelegt werden, welche Verbraucher Priorität haben. Beispielsweise könnte zunächst der Grundverbrauch des Hauses gedeckt werden, anschließend Warmwasser erzeugt, das Elektroauto geladen und erst danach weiterer Überschuss für zusätzliche flexible Verbraucher genutzt werden.
Ein intelligentes Energiemanagement übernimmt diese Entscheidungen weitgehend automatisch.
Die klassische Betrachtung einer Photovoltaikanlage als reine Stromerzeugungsanlage greift zunehmend zu kurz.
Moderne Gebäude können Stromerzeugung, Mobilität, Warmwasser, Heizung und Kühlung miteinander verbinden. Dadurch wird Solarstrom genau dort eingesetzt, wo Energie ohnehin benötigt wird.
Das kann den Eigenverbrauch erhöhen, den Netzbezug reduzieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von der Höhe zukünftiger Einspeiseerlöse verringern.
Dabei muss nicht jedes Haus sämtliche Möglichkeiten nutzen. Für einen Haushalt ist möglicherweise die Kombination aus PV-Anlage, Wallbox und Wärmepumpe optimal. Bei einem anderen Gebäude können Heizstab, Klimaanlage und steuerbare Verbraucher sinnvoller sein.
Entscheidend ist eine Lösung, die zur vorhandenen Technik, zur Größe der Photovoltaikanlage und vor allem zum tatsächlichen Verbrauchsverhalten der Bewohner passt.
Sie möchten den Eigenverbrauch Ihrer Photovoltaikanlage erhöhen und möglichst wenig Solarstrom ungenutzt beziehungsweise zu geringen Erlösen ins öffentliche Netz abgeben?
naturwärme betrachtet nicht nur einzelne Komponenten, sondern das gesamte Energiesystem Ihres Hauses.
Gemeinsam prüfen wir, welche Möglichkeiten für Ihr Gebäude technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind, von der intelligenten Wallbox über Warmwasserbereitung, Wärmepumpe und Klimatisierung bis zur Einbindung steuerbarer Verbraucher und eines übergeordneten Energiemanagements.
naturwärme unterstützt Sie bei der Planung und Ausführung eines auf Ihr Gebäude abgestimmten Gesamtkonzepts.
So wird aus Ihrer Photovoltaikanlage mehr als ein Stromerzeuger auf dem Dach: Sie wird zur Energiezentrale für Ihr Zuhause.
Sie planen eine neue Photovoltaikanlage oder möchten Ihre Anlage von Anfang an optimal mit den Verbrauchern in Ihrem Haus verknüpfen?
Sprechen Sie mit naturwärme über Ihr individuelles Energiekonzept.
Wir prüfen gemeinsam, wie Sie Ihren selbst erzeugten Solarstrom für Mobilität, Warmwasser, Heizung, Kühlung und weitere elektrische Verbraucher intelligent nutzen können.
Weiterführende Themen rund um Ihr Vorhaben.
Wir prüfen gemeinsam, wie Sie Ihren Solarstrom für Mobilität, Warmwasser, Heizung und Kühlung intelligent nutzen.
Wir prüfen gemeinsam, wie Sie Ihren Solarstrom für Mobilität, Warmwasser, Heizung und Kühlung intelligent nutzen.