Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau? Diese Frage stellt sich für viele Hausbesitzer, wenn die bestehende Öl- oder Gasheizung nach mehr als 20 Jahren ersetzt werden muss. Wir rechnen es an einem konkreten Beispiel durch: 150 m² Bestandsgebäude, 20 Jahre Betrachtungszeitraum.
Die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe sind zunächst höher als die einer neuen Gas- oder Ölheizung. Betrachtet man jedoch nicht nur die Investition, sondern die gesamten Energiekosten über viele Jahre, kann die Wärmepumpe deutlich wirtschaftlicher sein. Besonders interessant wird die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Batteriespeicher.
Wir zeigen anhand eines konkreten Beispiels, wie sich die Investition für ein Bestandsgebäude mit 150 m² Wohnfläche über einen Zeitraum von 20 Jahren entwickelt.
Für die Berechnung gehen wir von folgenden Voraussetzungen aus:
Für Gas verwenden wir einen Preis von rund 10,52 Cent/kWh für Juli 2026. Beim Heizöl setzen wir für Juli 2026 rund 1,276 € pro Liter an.
Die Energiepreise sind selbstverständlich nicht vorhersehbar. Die Annahme von 3 % jährlicher Preissteigerung dient deshalb als langfristiges Rechenmodell. Tatsächliche Kosten und Renditen hängen unter anderem von Energiepreisen, Gebäude, Heizsystem, Jahresarbeitszahl, PV-Ertrag, Förderhöhe, Wartung und Investitionskosten ab.
Zunächst vergleichen wir die Investitionskosten. Bei der Ölheizung werden neben den rund 12.000 € für die neue Heizung zusätzlich rund 6.000 € für neue Öltanks berücksichtigt.
| Heizsystem | Investition | Förderung | Effektive Investition |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwerttherme | ca. 10.000 € | – | 10.000 € |
| Ölheizung + neue Tanks | ca. 18.000 € | – | 18.000 € |
| Wärmepumpe | ca. 38.500 € | –12.500 € | 26.000 € |
Bei der Wärmepumpe gehen wir entsprechend unserer Beispielrechnung von einer Förderung von 12.500 € aus. Die tatsächliche Förderhöhe hängt von den persönlichen Voraussetzungen, den förderfähigen Kosten und den jeweils geltenden Förderbedingungen ab.
Unser Haus benötigt jährlich rund 15.000 kWh Wärme. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 benötigt die Wärmepumpe dafür 15.000 kWh ÷ 4 = 3.750 kWh Strom. Eine moderne Wärmepumpe erzeugt also im Beispiel aus einer Kilowattstunde Strom durchschnittlich vier Kilowattstunden Wärme.
Wir gehen davon aus, dass eine Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem Batteriespeicher etwa 50 % des jährlichen Strombedarfs der Wärmepumpe abdecken kann. Damit stammen 1.875 kWh aus der eigenen Photovoltaikanlage und 1.875 kWh aus dem Stromnetz.
Ohne Photovoltaik wären es bei 3.750 kWh und 32 Cent/kWh rund 1.200 €. Die Photovoltaikanlage reduziert die Stromkosten der Wärmepumpe damit bereits im ersten Jahr um rund 375 €.
Für unsere langfristige Berechnung nehmen wir an, dass die Preise für Strom, Gas und Heizöl jährlich um 3 % steigen.
Beim Netzstrom, Gas und Heizöl rechnen wir dagegen mit einer jährlichen Preissteigerung von 3 %. Dadurch entwickelt sich der Kostenvorteil der Wärmepumpe von Jahr zu Jahr weiter.
Im ersten Jahr ergeben sich folgende Energiekosten:
| Heizsystem | Jährliche Energiekosten im 1. Jahr |
|---|---|
| Wärmepumpe + PV | ca. 825 € |
| Gas-Brennwertheizung | ca. 1.660 € |
| Ölheizung | ca. 2.130 € |
Schon im ersten Jahr ist die Wärmepumpe damit deutlich günstiger im Betrieb. Gegenüber Gas spart das Beispielhaus rund 835 € pro Jahr, gegenüber Öl sogar rund 1.305 € pro Jahr.
Bei einer jährlichen Preissteigerung von 3 % entwickelt sich der Kostenvorteil weiter. Nach 10 Jahren liegen die jährlichen Energiekosten in unserem Modell ungefähr bei 1.000 € (Wärmepumpe + PV), 2.130 € (Gas) und 2.730 € (Öl). Nach 20 Jahren steigen sie auf ungefähr 1.280 €, 2.990 € und 3.840 €.
Für die Rendite betrachten wir nicht die gesamten 26.000 € Kosten der Wärmepumpe. Entscheidend ist die Mehrinvestition gegenüber einer ohnehin notwendigen neuen Heizung.
Eine neue Gasheizung kostet 10.000 €, die Wärmepumpe nach Förderung 26.000 €. Die Mehrinvestition beträgt damit 16.000 €. Über 20 Jahre summiert sich der Energiekostenvorteil in unserem Modell auf rund 24.000 €. Nach Abzug der Mehrinvestition verbleibt ein Vorteil von rund 8.000 €. Die einfache Amortisation liegt bei rund 15 Jahren, die interne Rendite bei ca. 3,7 % pro Jahr.
Noch interessanter ist der Vergleich mit einer neuen Ölheizung. Sie kostet einschließlich Öltanks 18.000 €, die Mehrinvestition beträgt also nur 8.000 €. Über 20 Jahre summiert sich der Energiekostenvorteil auf rund 36.500 €, es bleibt ein finanzieller Vorteil von rund 28.500 €. Die Mehrinvestition amortisiert sich bereits nach etwa 6 Jahren, die interne Rendite liegt bei ca. 18,7 % pro Jahr.
| Wärmepumpe + PV vs. Gas | Wärmepumpe + PV vs. Öl | |
|---|---|---|
| Mehrinvestition Wärmepumpe | 16.000 € | 8.000 € |
| Energiekostenvorteil über 20 Jahre | ca. 24.000 € | ca. 36.500 € |
| Vorteil nach Mehrinvestition | ca. 8.000 € | ca. 28.500 € |
| Amortisation | ca. 15 Jahre | ca. 6 Jahre |
| Rendite über 20 Jahre | ca. 3,7 % p.a. | ca. 18,7 % p.a. |
Die Antwort lautet: Ja, unter den richtigen Voraussetzungen kann sich eine Wärmepumpe auch im Bestandsgebäude wirtschaftlich sehr gut rechnen. Entscheidend ist nicht allein das Alter des Gebäudes. Wichtiger sind:
Unser Beispiel zeigt, dass ein Bestandsgebäude mit 150 m² und einem Wärmebedarf von 15.000 kWh pro Jahr grundsätzlich sehr interessant für eine Wärmepumpe sein kann.
Die wirtschaftlich interessanteste Lösung entsteht nicht unbedingt durch die Betrachtung einer einzelnen Komponente. Eine Wärmepumpe allein ist bereits effizient. Noch interessanter wird sie in Verbindung mit Photovoltaik, Batteriespeicher und einer optimierten Wärmeverteilung.
Der selbst erzeugte Solarstrom kann nicht nur für die Wärmepumpe genutzt werden, sondern auch für alle anderen elektrischen Verbraucher im Haushalt, beispielsweise Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschrank, Beleuchtung, Unterhaltungselektronik oder Elektrofahrzeuge. Damit reduziert eine Photovoltaikanlage die Stromrechnung des gesamten Hauses und nicht nur die Betriebskosten der Heizung.
Bei einer anstehenden Heizungsmodernisierung sollte deshalb nicht nur gefragt werden, welche Heizung heute am günstigsten ist. Sinnvoller ist die Frage, wie das Gebäude in den nächsten 20 Jahren möglichst effizient, unabhängig und wirtschaftlich mit Energie versorgt werden kann. Die Wärmepumpe reduziert den Energiebedarf für die Wärmeerzeugung, die Photovoltaikanlage erzeugt einen Teil des benötigten Stroms selbst und der Batteriespeicher erhöht die Möglichkeit, diesen Strom im eigenen Haushalt zu nutzen. Gerade in Verbindung mit einem Batteriespeicher lässt sich der selbst erzeugte Strom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint.
Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung zunächst teurer als eine neue Gas- oder Ölheizung. Unsere Beispielrechnung zeigt jedoch, dass sich das Bild verändert, sobald die laufenden Energiekosten über 20 Jahre betrachtet werden: rund 825 € im ersten Jahr für die Wärmepumpe gegenüber rund 1.660 € für Gas und rund 2.130 € für Öl.
Dabei ist der zusätzliche Nutzen der Photovoltaikanlage für die übrigen Stromverbraucher des Hauses in der Rendite der Heizungsinvestition noch nicht vollständig berücksichtigt. Von der energetischen Betrachtung über die Planung von Wärmepumpe und Photovoltaik bis zur Umsetzung: naturwärme entwickelt ein Gesamtkonzept, das zu Ihrem Gebäude, Ihrem Energiebedarf und Ihren Zukunftsplänen passt.
Weiterführende Themen rund um Ihr Vorhaben.
Wir prüfen für Sie in einem kostenfreien Erstgespräch, ob sich eine Wärmepumpe für Ihr Eigenheim lohnt.
Nennen Sie uns Dachfläche, Stromverbrauch und gewünschte Speichergröße — wir rechnen Ihnen Ihre Anlage konkret durch.
Ja. Entscheidend sind nicht allein Baujahr oder Gebäudeart, sondern Wärmebedarf, Vorlauftemperatur und die erreichbare Jahresarbeitszahl. Eine fachgerechte Planung ist deshalb besonders wichtig.
Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 benötigt sie rund 3.750 kWh Strom pro Jahr.
In unserer Beispielrechnung werden 50 % des Wärmepumpenstroms durch Photovoltaik und Batteriespeicher abgedeckt.
Wir rechnen mit Stromgestehungskosten von 12 Cent/kWh für den selbst erzeugten PV-Strom.
Ja. Der selbst erzeugte Solarstrom kann grundsätzlich für sämtliche elektrischen Verbraucher im Haus genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise Haushaltsgeräte, Beleuchtung, Unterhaltungselektronik oder ein Elektrofahrzeug.
Für unsere Modellrechnung gehen wir von einer jährlichen Preissteigerung von 3 % bei Strom, Gas und Heizöl aus. Der PV-Anteil wird dagegen langfristig mit 12 Cent/kWh angesetzt.
In unserem Beispiel beträgt die modellierte Rendite der Mehrinvestition über 20 Jahre rund 3,7 % gegenüber Gas und 18,7 % gegenüber Öl.
Nein. Es handelt sich um eine Modellrechnung. Tatsächliche Kosten und Renditen hängen unter anderem von Energiepreisen, Gebäude, Heizsystem, Jahresarbeitszahl, PV-Ertrag, Förderhöhe, Wartung und Investitionskosten ab.