Mehrere Räume, ein System

Multi-Split-Klimaanlage

Mehrere Räume, ein System

Multi-Split-Klimaanlage

Mehrere Räume, eine Außeneinheit. Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer über ein gemeinsames System kühlen und heizen.

Das Prinzip

Multi-Split-Klimaanlage: Mehrere Räume effizient kühlen und heizen

Wer im Sommer nicht nur einen einzelnen Raum, sondern mehrere Bereiche des Hauses angenehm temperieren möchte, stößt schnell auf die Multi-Split-Klimaanlage. Das Prinzip ist einfach: Statt für jeden Raum ein separates Außengerät zu installieren, werden mehrere Innengeräte mit einer gemeinsamen Außeneinheit verbunden. So lassen sich beispielsweise Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer über ein gemeinsames Klimasystem versorgen.

Moderne Multi-Split-Systeme können dabei häufig mehr als nur kühlen. Je nach Ausführung lassen sie sich auch zum Heizen, Entfeuchten und zur Verbesserung des Raumklimas einsetzen. Damit sind sie besonders interessant für Wohngebäude, in denen mehrere Räume individuell klimatisiert werden sollen.

Aufbau

Was ist eine Multi-Split-Klimaanlage?

Eine Multi-Split-Klimaanlage ist eine fest installierte Klimaanlage, die aus einer Außeneinheit und mehreren Inneneinheiten besteht. Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Single-Split-Klimaanlage: Bei einem Single-Split-System arbeitet ein Innengerät mit einem Außengerät zusammen, während beim Multi-Split-System mehrere Innengeräte an eine gemeinsame Außeneinheit angeschlossen werden.

Das macht Multi-Split-Klimaanlagen vor allem dann interessant, wenn mehrere Räume regelmäßig gekühlt oder beheizt werden sollen.

Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:

Wohnzimmer und Schlafzimmer
mehrere Schlaf- oder Kinderzimmer
Wohn- und Arbeitszimmer
ausgebaute Dachgeschosse
Einfamilienhäuser mit mehreren zu klimatisierenden Bereichen
kleinere Büro- oder Gewerberäume

Wie viele Innengeräte angeschlossen werden können, hängt vom jeweiligen System und dessen Leistung ab. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Anzahl der Räume. Auch deren Größe, Nutzung und Kühllast müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Kältemittelkreislauf

Wie funktioniert eine Multi-Split-Klimaanlage?

Technisch arbeitet eine Multi-Split-Klimaanlage nach einem ähnlichen Prinzip wie eine Wärmepumpe. Beim Kühlen wird Wärme nicht einfach „vernichtet“, sondern aus den Innenräumen aufgenommen und nach draußen transportiert. Grundlage dafür ist ein geschlossener Kältemittelkreislauf.

Vereinfacht lässt sich der Kühlprozess in vier Schritte unterteilen:

1

Wärme wird aus der Raumluft aufgenommen

Das Innengerät saugt warme Raumluft an und führt sie über einen Wärmeübertrager. Im System zirkuliert ein Kältemittel, das dabei thermische Energie aus der Raumluft aufnimmt.

Die Luft gibt einen Teil ihrer Wärme ab und wird anschließend abgekühlt wieder in den Raum geführt.

2

Das Kältemittel transportiert die Energie

Durch die aufgenommene Wärme verändert das Kältemittel seinen Zustand. Die aufgenommene thermische Energie wird über die Kältemittelleitungen in Richtung Außeneinheit transportiert.

3

Der Verdichter erhöht Druck und Temperatur

In der Außeneinheit befindet sich unter anderem der Verdichter. Er erhöht den Druck des Kältemittels und damit dessen Temperatur. Anschließend kann die zuvor im Gebäude aufgenommene Wärme an die Außenluft abgegeben werden.

4

Der Kreislauf beginnt erneut

Nach der Wärmeabgabe sinken Druck und Temperatur des Kältemittels wieder. Das Medium kann erneut Wärme in den Innenräumen aufnehmen – der Kreislauf beginnt von vorn.

Der entscheidende Unterschied beim Multi-Split-Prinzip: Mehrere Innengeräte nutzen dieselbe Außeneinheit. Dadurch kann ein gemeinsames System verschiedene Räume klimatisieren.

Das Multi-Split-Prinzip

Ein Außengerät – mehrere Innengeräte

Ein wesentlicher Vorteil einer Multi-Split-Klimaanlage ist die zentrale Außeneinheit. Würden beispielsweise drei Räume jeweils mit einer klassischen Single-Split-Anlage ausgestattet, wären grundsätzlich auch drei Außeneinheiten erforderlich.

Bei einer geeigneten Multi-Split-Lösung können dagegen mehrere Innengeräte mit einer Außeneinheit verbunden werden.

Schaubild: drei Raeume mit je einem Innengeraet, verbunden mit einer gemeinsamen Aussteneinheit

Das kann insbesondere bei Einfamilienhäusern interessant sein, weil sich die Anzahl der sichtbaren Außengeräte reduziert. Gleichzeitig können die Innengeräte passend zur Nutzung und zum Bedarf der einzelnen Räume geplant werden.

Individuell geregelt

Lassen sich die Räume unterschiedlich temperieren?

Ja. Ein Multi-Split-System bedeutet nicht, dass alle angeschlossenen Räume zwangsläufig dieselbe Temperatur haben müssen.

Die Inneneinheiten können innerhalb der technischen Möglichkeiten des jeweiligen Systems individuell geregelt werden. So kann beispielsweise das Schlafzimmer auf eine andere Temperatur eingestellt werden als das Wohnzimmer oder Arbeitszimmer.

Das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber einer zentralen Luftverteilung: Die Klimatisierung kann sich stärker am tatsächlichen Bedarf der einzelnen Räume orientieren.

Kühlen und heizen

Kann eine Multi-Split-Klimaanlage auch heizen?

Viele moderne Split-Klimaanlagen besitzen einen reversiblen Kältemittelkreislauf. Dadurch lässt sich das Funktionsprinzip umkehren: Statt Wärme aus dem Gebäude nach draußen zu transportieren, nimmt das System Wärmeenergie aus der Außenluft auf und gibt sie über die Innengeräte an die Räume ab. Technisch arbeitet die Klimaanlage dann nach dem Prinzip einer Luft-Luft-Wärmepumpe.

Gerade in der Übergangszeit kann diese Funktion interessant sein. An kühlen Frühjahrs- oder Herbsttagen können einzelne Räume gezielt beheizt werden, ohne dass zwangsläufig das zentrale Heizsystem für das gesamte Gebäude benötigt wird.

Als alleinige Heizung?

Ob und in welchem Umfang eine Klimaanlage als Heizung sinnvoll ist, hängt jedoch vom Gebäude, den Außentemperaturen, der Auslegung des Systems und dem individuellen Wärmebedarf ab.

Der Unterschied

Multi-Split oder Single-Split: Wo liegt der Unterschied?

Die grundlegende Entscheidung richtet sich vor allem danach, wie viele Räume klimatisiert werden sollen.

Single-Split

Eine Single-Split-Klimaanlage besteht aus einer Innen- und einer Außeneinheit und eignet sich insbesondere für einen einzelnen Raum.

Multi-Split

Sollen mehrere Räume dauerhaft klimatisiert werden, kann eine Multi-Split-Klimaanlage sinnvoll sein, bei der mehrere Innengeräte mit einer Außeneinheit verbunden werden.

Multi-Split bedeutet allerdings nicht automatisch, dass diese Lösung für jedes Gebäude besser ist. Leitungslängen, Raumaufteilung, Leistungsbedarf, Schallschutz und die Position der Außen- und Innengeräte müssen zusammen betrachtet werden.

Vorteile

Welche Vorteile bietet eine Multi-Split-Klimaanlage?

Bei passender Planung bietet das Multi-Split-Prinzip mehrere Vorteile:

Mehrere Räume mit einem System klimatisieren

Eine gemeinsame Außeneinheit kann mehrere Innengeräte versorgen.

Individuelles Raumklima

Die Temperatur lässt sich in den angeschlossenen Räumen bedarfsgerecht einstellen.

Kühlen und Heizen möglich

Reversible Systeme können Wärme in beide Richtungen transportieren und deshalb neben der Kühlung auch zum Heizen eingesetzt werden.

Weniger Außengeräte

Für mehrere Räume muss nicht zwangsläufig jeweils eine eigene Außeneinheit installiert werden.

Entfeuchtung der Raumluft

Beim Kühlbetrieb wird der Raumluft gleichzeitig Feuchtigkeit entzogen. Das kann insbesondere an schwülen Sommertagen zu einem angenehmeren Raumklima beitragen.

Flexible Einsatzmöglichkeiten

Multi-Split-Systeme können sowohl bei Neubauten als auch bei der Modernisierung bestehender Gebäude infrage kommen. Eine fachgerechte Planung ist beim Nachrüsten besonders wichtig.

Kühllast

Was ist bei der Planung wichtig?

Damit eine Multi-Split-Klimaanlage effizient arbeitet und die gewünschten Temperaturen erreicht, sollte sie zum tatsächlichen Bedarf des Gebäudes passen.

Eine wichtige Größe ist dabei die Kühllast. Sie beschreibt vereinfacht, wie viel Wärme aus einem Raum oder Gebäude abgeführt werden muss, damit die gewünschte Raumtemperatur gehalten werden kann.

Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

Größe und Volumen der Räume
Dämmstandard des Gebäudes
Größe und Ausrichtung der Fensterflächen
Sonneneinstrahlung
Lage der Räume, beispielsweise im Dachgeschoss
Anzahl der Personen
Wärmeabgabe elektrischer Geräte
gewünschte Raumtemperaturen
Anzahl und Nutzung der zu klimatisierenden Räume
Eine zu klein dimensionierte Anlage kann an besonders heißen Tagen an ihre Leistungsgrenze kommen. Eine unnötig große Anlage ist ebenfalls nicht automatisch sinnvoll.

Position innen

Wo werden die Innengeräte installiert?

Die Innengeräte sollten so positioniert werden, dass sich die temperierte Luft möglichst gleichmäßig im Raum verteilen kann. Gleichzeitig sollte der Luftstrom nicht dauerhaft direkt auf Sitz-, Arbeits- oder Schlafplätze gerichtet sein.

Auch die Leitungswege zur Außeneinheit spielen eine wichtige Rolle. Zwischen Innen- und Außengeräten verlaufen Kältemittelleitungen sowie weitere Verbindungen. Für die Installation ist daher in der Regel eine Durchführung durch die Gebäudehülle erforderlich.

Je früher die Positionen der Geräte und Leitungswege geplant werden, desto besser lassen sie sich in das Gebäude integrieren.

Groesseres Klima-Aussengeraet an der Hauswand mit mehreren Leitungsstraengen

Effizienz

Wie effizient sind Multi-Split-Klimaanlagen?

Die tatsächliche Effizienz hängt von zahlreichen Faktoren ab. Neben der technischen Effizienz des Geräts sind vor allem die richtige Dimensionierung, die gewünschten Temperaturen, die Außentemperatur und das Nutzerverhalten entscheidend.

Moderne Split-Systeme können ihre Leistung häufig an den aktuellen Bedarf anpassen. Dadurch muss die Anlage nicht permanent mit voller Leistung arbeiten. Eine bedarfsgerechte Leistungsregelung kann den Energieverbrauch reduzieren.

Temperaturunterschied im Blick behalten

Für einen effizienten Sommerbetrieb hilft außerdem bereits ein bewusster Umgang mit der gewünschten Temperatur. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft, desto mehr Arbeit muss das Klimasystem leisten.

Mit eigenem Strom

Multi-Split-Klimaanlage und Photovoltaik kombinieren

Besonders interessant kann die Kombination einer Klimaanlage mit einer Photovoltaikanlage sein.

Der Grund dafür liegt im zeitlichen Zusammenspiel: Ein hoher Kühlbedarf entsteht häufig genau dann, wenn an sonnigen Sommertagen auch viel Solarstrom erzeugt wird.

Ein Teil des für die Klimaanlage benötigten Stroms kann dadurch direkt vom eigenen Dach stammen. Das kann den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage erhöhen und den Strombezug aus dem Netz reduzieren.

Die Kombination aus Photovoltaik und elektrischer Gebäudetechnik ist auch Bestandteil ganzheitlicher Energiekonzepte: Entscheidend ist dabei, Erzeugung und Verbrauch möglichst sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Bestandsgebäude

Ist eine Multi-Split-Klimaanlage auch zum Nachrüsten geeignet?

Grundsätzlich können Split-Klimaanlagen in vielen Bestandsgebäuden nachgerüstet werden. Multi-Split-Systeme sind dabei insbesondere interessant, wenn mehrere Räume dauerhaft klimatisiert werden sollen.

Vor der Installation sollte allerdings geprüft werden:

Wo kann die Außeneinheit sinnvoll aufgestellt werden?
Welche Räume sollen klimatisiert werden?
Wo können die Innengeräte positioniert werden?
Wie lassen sich die Kältemittelleitungen führen?
Welche Kühl- und gegebenenfalls Heizleistung wird benötigt?
Welche Schallschutzanforderungen sind zu berücksichtigen?
Ist bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden oder geplant?

Gerade bei mehreren Innengeräten lohnt es sich, nicht nur einzelne Räume isoliert zu betrachten. Eine Gesamtplanung des Gebäudes kann helfen, Leitungswege, Leistung und spätere Erweiterungsmöglichkeiten sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Zielgruppe

Für wen eignet sich eine Multi-Split-Klimaanlage?

Eine Multi-Split-Klimaanlage kommt vor allem für Eigentümerinnen und Eigentümer infrage, die mehrere Räume regelmäßig klimatisieren möchten, dabei aber nicht für jedes Innengerät eine separate Außeneinheit installieren wollen.

Besonders interessant kann das System sein, wenn zusätzlich eine Heizfunktion gewünscht ist oder bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Ob Multi-Split tatsächlich die beste Lösung ist, sollte jedoch immer anhand des konkreten Gebäudes entschieden werden.

Ihr Projekt

Multi-Split-Klimaanlage individuell planen lassen

Eine Multi-Split-Klimaanlage bietet eine flexible Möglichkeit, mehrere Räume über ein gemeinsames System zu kühlen und bei entsprechender Technik auch zu heizen. Damit das System komfortabel und effizient arbeitet, kommt es jedoch auf eine passende Auslegung an.

Raumgrößen, Sonneneinstrahlung, Dämmung, Nutzungsverhalten, gewünschte Temperaturen und die Position der Innen- und Außeneinheiten sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.

naturwärme unterstützt Sie bei der Planung einer passenden Klimatisierungslösung für Ihr Zuhause – von der Ermittlung des Bedarfs bis zur fachgerechten Umsetzung. Auf Wunsch kann dabei auch das Zusammenspiel mit Photovoltaik und weiteren Komponenten Ihres Energiekonzepts berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen zu Multi-Split-Klimaanlagen

Multi-Split bedeutet, dass mehrere Innengeräte mit einer gemeinsamen Außeneinheit verbunden werden. Dadurch können mehrere Räume über ein Klimasystem gekühlt und – bei reversiblen Geräten – auch beheizt werden.

Das hängt vom Einsatzbereich ab. Soll hauptsächlich ein einzelner Raum klimatisiert werden, ist eine Single-Split-Lösung häufig naheliegend. Bei mehreren dauerhaft zu klimatisierenden Räumen kann ein Multi-Split-System Vorteile bieten.

Viele moderne Systeme können sowohl kühlen als auch heizen. Beim Heizbetrieb wird der Kältemittelkreislauf umgekehrt und Wärme aus der Außenluft in die Innenräume transportiert.

Die angeschlossenen Innengeräte können in der Regel individuell geregelt werden. Dadurch lässt sich die Temperatur entsprechend der Nutzung des jeweiligen Raums einstellen.

Nein. Genau darin liegt das Prinzip einer Multi-Split-Klimaanlage: Mehrere Innengeräte teilen sich eine gemeinsame Außeneinheit.

Ja. Klimaanlagen benötigen elektrische Energie und können deshalb anteilig mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben werden. Da hoher Kühlbedarf und hohe Solarstromerzeugung im Sommer häufig zeitlich zusammenfallen, kann die Kombination besonders interessant sein.