Mehrere Räume, eine Außeneinheit. Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer über ein gemeinsames System kühlen und heizen.
Wer im Sommer nicht nur einen einzelnen Raum, sondern mehrere Bereiche des Hauses angenehm temperieren möchte, stößt schnell auf die Multi-Split-Klimaanlage. Das Prinzip ist einfach: Statt für jeden Raum ein separates Außengerät zu installieren, werden mehrere Innengeräte mit einer gemeinsamen Außeneinheit verbunden. So lassen sich beispielsweise Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer über ein gemeinsames Klimasystem versorgen.
Moderne Multi-Split-Systeme können dabei häufig mehr als nur kühlen. Je nach Ausführung lassen sie sich auch zum Heizen, Entfeuchten und zur Verbesserung des Raumklimas einsetzen. Damit sind sie besonders interessant für Wohngebäude, in denen mehrere Räume individuell klimatisiert werden sollen.
Eine Multi-Split-Klimaanlage ist eine fest installierte Klimaanlage, die aus einer Außeneinheit und mehreren Inneneinheiten besteht. Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Single-Split-Klimaanlage: Bei einem Single-Split-System arbeitet ein Innengerät mit einem Außengerät zusammen, während beim Multi-Split-System mehrere Innengeräte an eine gemeinsame Außeneinheit angeschlossen werden.
Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:
Wie viele Innengeräte angeschlossen werden können, hängt vom jeweiligen System und dessen Leistung ab. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Anzahl der Räume. Auch deren Größe, Nutzung und Kühllast müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Technisch arbeitet eine Multi-Split-Klimaanlage nach einem ähnlichen Prinzip wie eine Wärmepumpe. Beim Kühlen wird Wärme nicht einfach „vernichtet“, sondern aus den Innenräumen aufgenommen und nach draußen transportiert. Grundlage dafür ist ein geschlossener Kältemittelkreislauf.
Vereinfacht lässt sich der Kühlprozess in vier Schritte unterteilen:
Das Innengerät saugt warme Raumluft an und führt sie über einen Wärmeübertrager. Im System zirkuliert ein Kältemittel, das dabei thermische Energie aus der Raumluft aufnimmt.
Die Luft gibt einen Teil ihrer Wärme ab und wird anschließend abgekühlt wieder in den Raum geführt.
Durch die aufgenommene Wärme verändert das Kältemittel seinen Zustand. Die aufgenommene thermische Energie wird über die Kältemittelleitungen in Richtung Außeneinheit transportiert.
In der Außeneinheit befindet sich unter anderem der Verdichter. Er erhöht den Druck des Kältemittels und damit dessen Temperatur. Anschließend kann die zuvor im Gebäude aufgenommene Wärme an die Außenluft abgegeben werden.
Nach der Wärmeabgabe sinken Druck und Temperatur des Kältemittels wieder. Das Medium kann erneut Wärme in den Innenräumen aufnehmen – der Kreislauf beginnt von vorn.
Ein wesentlicher Vorteil einer Multi-Split-Klimaanlage ist die zentrale Außeneinheit. Würden beispielsweise drei Räume jeweils mit einer klassischen Single-Split-Anlage ausgestattet, wären grundsätzlich auch drei Außeneinheiten erforderlich.
Bei einer geeigneten Multi-Split-Lösung können dagegen mehrere Innengeräte mit einer Außeneinheit verbunden werden.
Das kann insbesondere bei Einfamilienhäusern interessant sein, weil sich die Anzahl der sichtbaren Außengeräte reduziert. Gleichzeitig können die Innengeräte passend zur Nutzung und zum Bedarf der einzelnen Räume geplant werden.
Ja. Ein Multi-Split-System bedeutet nicht, dass alle angeschlossenen Räume zwangsläufig dieselbe Temperatur haben müssen.
Die Inneneinheiten können innerhalb der technischen Möglichkeiten des jeweiligen Systems individuell geregelt werden. So kann beispielsweise das Schlafzimmer auf eine andere Temperatur eingestellt werden als das Wohnzimmer oder Arbeitszimmer.
Viele moderne Split-Klimaanlagen besitzen einen reversiblen Kältemittelkreislauf. Dadurch lässt sich das Funktionsprinzip umkehren: Statt Wärme aus dem Gebäude nach draußen zu transportieren, nimmt das System Wärmeenergie aus der Außenluft auf und gibt sie über die Innengeräte an die Räume ab. Technisch arbeitet die Klimaanlage dann nach dem Prinzip einer Luft-Luft-Wärmepumpe.
Gerade in der Übergangszeit kann diese Funktion interessant sein. An kühlen Frühjahrs- oder Herbsttagen können einzelne Räume gezielt beheizt werden, ohne dass zwangsläufig das zentrale Heizsystem für das gesamte Gebäude benötigt wird.
Ob und in welchem Umfang eine Klimaanlage als Heizung sinnvoll ist, hängt jedoch vom Gebäude, den Außentemperaturen, der Auslegung des Systems und dem individuellen Wärmebedarf ab.
Die grundlegende Entscheidung richtet sich vor allem danach, wie viele Räume klimatisiert werden sollen.
Eine Single-Split-Klimaanlage besteht aus einer Innen- und einer Außeneinheit und eignet sich insbesondere für einen einzelnen Raum.
Sollen mehrere Räume dauerhaft klimatisiert werden, kann eine Multi-Split-Klimaanlage sinnvoll sein, bei der mehrere Innengeräte mit einer Außeneinheit verbunden werden.
Bei passender Planung bietet das Multi-Split-Prinzip mehrere Vorteile:
Damit eine Multi-Split-Klimaanlage effizient arbeitet und die gewünschten Temperaturen erreicht, sollte sie zum tatsächlichen Bedarf des Gebäudes passen.
Eine wichtige Größe ist dabei die Kühllast. Sie beschreibt vereinfacht, wie viel Wärme aus einem Raum oder Gebäude abgeführt werden muss, damit die gewünschte Raumtemperatur gehalten werden kann.
Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:
Die Innengeräte sollten so positioniert werden, dass sich die temperierte Luft möglichst gleichmäßig im Raum verteilen kann. Gleichzeitig sollte der Luftstrom nicht dauerhaft direkt auf Sitz-, Arbeits- oder Schlafplätze gerichtet sein.
Auch die Leitungswege zur Außeneinheit spielen eine wichtige Rolle. Zwischen Innen- und Außengeräten verlaufen Kältemittelleitungen sowie weitere Verbindungen. Für die Installation ist daher in der Regel eine Durchführung durch die Gebäudehülle erforderlich.
Je früher die Positionen der Geräte und Leitungswege geplant werden, desto besser lassen sie sich in das Gebäude integrieren.
Die tatsächliche Effizienz hängt von zahlreichen Faktoren ab. Neben der technischen Effizienz des Geräts sind vor allem die richtige Dimensionierung, die gewünschten Temperaturen, die Außentemperatur und das Nutzerverhalten entscheidend.
Moderne Split-Systeme können ihre Leistung häufig an den aktuellen Bedarf anpassen. Dadurch muss die Anlage nicht permanent mit voller Leistung arbeiten. Eine bedarfsgerechte Leistungsregelung kann den Energieverbrauch reduzieren.
Für einen effizienten Sommerbetrieb hilft außerdem bereits ein bewusster Umgang mit der gewünschten Temperatur. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft, desto mehr Arbeit muss das Klimasystem leisten.
Besonders interessant kann die Kombination einer Klimaanlage mit einer Photovoltaikanlage sein.
Ein Teil des für die Klimaanlage benötigten Stroms kann dadurch direkt vom eigenen Dach stammen. Das kann den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage erhöhen und den Strombezug aus dem Netz reduzieren.
Die Kombination aus Photovoltaik und elektrischer Gebäudetechnik ist auch Bestandteil ganzheitlicher Energiekonzepte: Entscheidend ist dabei, Erzeugung und Verbrauch möglichst sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Grundsätzlich können Split-Klimaanlagen in vielen Bestandsgebäuden nachgerüstet werden. Multi-Split-Systeme sind dabei insbesondere interessant, wenn mehrere Räume dauerhaft klimatisiert werden sollen.
Vor der Installation sollte allerdings geprüft werden:
Gerade bei mehreren Innengeräten lohnt es sich, nicht nur einzelne Räume isoliert zu betrachten. Eine Gesamtplanung des Gebäudes kann helfen, Leitungswege, Leistung und spätere Erweiterungsmöglichkeiten sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Eine Multi-Split-Klimaanlage kommt vor allem für Eigentümerinnen und Eigentümer infrage, die mehrere Räume regelmäßig klimatisieren möchten, dabei aber nicht für jedes Innengerät eine separate Außeneinheit installieren wollen.
Besonders interessant kann das System sein, wenn zusätzlich eine Heizfunktion gewünscht ist oder bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Ob Multi-Split tatsächlich die beste Lösung ist, sollte jedoch immer anhand des konkreten Gebäudes entschieden werden.
Eine Multi-Split-Klimaanlage bietet eine flexible Möglichkeit, mehrere Räume über ein gemeinsames System zu kühlen und bei entsprechender Technik auch zu heizen. Damit das System komfortabel und effizient arbeitet, kommt es jedoch auf eine passende Auslegung an.
Raumgrößen, Sonneneinstrahlung, Dämmung, Nutzungsverhalten, gewünschte Temperaturen und die Position der Innen- und Außeneinheiten sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.
naturwärme unterstützt Sie bei der Planung einer passenden Klimatisierungslösung für Ihr Zuhause – von der Ermittlung des Bedarfs bis zur fachgerechten Umsetzung. Auf Wunsch kann dabei auch das Zusammenspiel mit Photovoltaik und weiteren Komponenten Ihres Energiekonzepts berücksichtigt werden.
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Multi-Split bedeutet, dass mehrere Innengeräte mit einer gemeinsamen Außeneinheit verbunden werden. Dadurch können mehrere Räume über ein Klimasystem gekühlt und – bei reversiblen Geräten – auch beheizt werden.
Das hängt vom Einsatzbereich ab. Soll hauptsächlich ein einzelner Raum klimatisiert werden, ist eine Single-Split-Lösung häufig naheliegend. Bei mehreren dauerhaft zu klimatisierenden Räumen kann ein Multi-Split-System Vorteile bieten.
Viele moderne Systeme können sowohl kühlen als auch heizen. Beim Heizbetrieb wird der Kältemittelkreislauf umgekehrt und Wärme aus der Außenluft in die Innenräume transportiert.
Die angeschlossenen Innengeräte können in der Regel individuell geregelt werden. Dadurch lässt sich die Temperatur entsprechend der Nutzung des jeweiligen Raums einstellen.
Nein. Genau darin liegt das Prinzip einer Multi-Split-Klimaanlage: Mehrere Innengeräte teilen sich eine gemeinsame Außeneinheit.
Ja. Klimaanlagen benötigen elektrische Energie und können deshalb anteilig mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben werden. Da hoher Kühlbedarf und hohe Solarstromerzeugung im Sommer häufig zeitlich zusammenfallen, kann die Kombination besonders interessant sein.