Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe denken viele zuerst an tiefe Erdsonden, Bohrungen und größere Arbeiten auf dem Grundstück. Moderne Systeme zeigen aber, dass es auch anders geht: Die benötigte Umweltenergie kann beispielsweise über PVT-Kollektoren oder ein spezielles Dachsystem gewonnen werden.
Damit entstehen interessante Möglichkeiten für Neubauten und Sanierungen – auch dann, wenn klassische Erdwärme nicht infrage kommt. Wir erklären, wie eine Sole-Wasser-Wärmepumpe funktioniert, welche Wärmequellen möglich sind und worin sich PVT, EQ-Air und klassische Geothermie unterscheiden.
Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe überträgt Umweltenergie über einen geschlossenen Solekreis an das Heizsystem.
Die Sole ist eine frostsichere Flüssigkeit, die in einem Rohrsystem zirkuliert. Sie nimmt Energie aus der Umgebung auf und transportiert sie zur Wärmepumpe. Dort wird die Umweltwärme auf das benötigte Temperaturniveau angehoben.
Die gewonnene Wärme kann anschließend für zwei zentrale Aufgaben genutzt werden:
- Beheizung des Gebäudes
- Warmwasserbereitung
Wichtig zu wissen: Der Begriff Sole-Wasser-Wärmepumpe sagt zunächst etwas über die Art der Wärmeübertragung aus – nicht darüber, woher die Umweltenergie stammt.
Braucht eine Sole-Wasser-Wärmepumpe immer eine Erdsonde?
Nein. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ist nicht automatisch eine Erdwärmepumpe.
Der Solekreis kann seine Energie aus unterschiedlichen Umweltquellen beziehen. Neben klassischen Erdsonden und Flächenkollektoren kommen moderne Lösungen wie PVT-Kollektoren oder das EQ-Air-System infrage.
naturwärme konzentriert sich auf diese modernen Sole-Technologien und bietet keine klassischen Erdwärmesonden an. Dadurch können Sole-Wasser-Wärmepumpen auch ohne aufwendige Bohrungen und großflächige Erdarbeiten umgesetzt werden.
Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Das Prinzip lässt sich in drei Schritte unterteilen.
Aufnahme der Umweltenergie
Eine frostsichere Soleflüssigkeit nimmt in einem geschlossenen Rohrsystem kontinuierlich Energie aus der Umgebung auf.
Welche Umweltquelle genutzt wird, hängt vom jeweiligen System ab. Bei modernen Lösungen kann die Energie beispielsweise über PVT-Kollektoren oder über das Dach aufgenommen werden.
Übertragung der Wärme
Die Wärmepumpe hebt die aufgenommene Umweltwärme auf das benötigte Temperaturniveau an.
Die Technik passt die bereitgestellte Wärme damit an den Bedarf des Gebäudes an. Moderne Geräte mit Invertertechnik und stufenloser Regelung können ihre Leistung entsprechend dem Wärmebedarf anpassen.
Nutzung für Heizung und Warmwasser
Die gewonnene Wärme versorgt das Gebäude mit Heizwärme und warmem Trinkwasser.
Damit übernimmt die Sole-Wasser-Wärmepumpe die klassische Aufgabe eines Heizsystems, nutzt dafür aber Umweltenergie als Wärmequelle.
Welche Umweltenergie kann eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzen?
Moderne Sole-Systeme können ihre Energie aus unterschiedlichen Quellen beziehen. Entscheidend ist, wie der Solekreis mit Umweltenergie versorgt wird.
Bei naturwärme stehen vor allem zwei Lösungen im Mittelpunkt: PVT und EQ-Air.
Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit PVT?
PVT-Kollektoren erzeugen auf ihrer Vorderseite Strom und nehmen auf ihrer Rückseite Umweltenergie auf.
Dabei nutzen sie Energie aus:
- Sonne
- Luft
- Wind
- Regen
Diese Umweltenergie wird an den Solekreis der Wärmepumpe übertragen. Dadurch verbindet das System Strom- und Wärmegewinnung auf dem Dach.
Ein weiterer Vorteil: Für diese Lösung sind keine Erdarbeiten notwendig. PVT-Wärmepumpen eignen sich sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen.
Was ist das EQ-Air-System?
EQ-Air gewinnt die Umweltenergie über ein spezielles Dachsystem und überträgt sie an die Sole.
Damit befindet sich die Wärmequelle direkt am beziehungsweise im Dachsystem. Ein Außengerät im Garten ist nicht erforderlich.
Das macht EQ-Air besonders interessant für Gebäude, bei denen keine geeignete Grundstücksfläche für eine klassische Wärmequelle zur Verfügung steht. Das System eignet sich außerdem für Dachheizzentralen.
Was unterscheidet PVT und EQ-Air von klassischer Geothermie?
PVT und EQ-Air benötigen keine klassischen Erdsonden oder großflächigen Erdarbeiten.
Bei der klassischen Geothermie entziehen Erdsonden oder Flächenkollektoren dem Erdreich Wärme. Diese Technik ist bewährt, ist jedoch mit Erdarbeiten, Genehmigungsverfahren und höheren Investitionskosten verbunden.
PVT und EQ-Air verfolgen einen anderen Ansatz: Der Solekreis bleibt erhalten, die Umweltenergie wird jedoch über Systeme am Dach erschlossen.
Dadurch entsteht eine Alternative zur klassischen Erdwärme, insbesondere wenn Bohrungen oder größere Arbeiten auf dem Grundstück vermieden werden sollen.
Welche Vorteile bieten moderne Sole-Wasser-Wärmepumpen?
Moderne Sole-Systeme verbinden eine effiziente Wärmeversorgung mit flexiblen Möglichkeiten bei der Wahl der Umweltenergiequelle.
Zu den Vorteilen gehören:
- hohe Energieeffizienz
- konstante Wärmequelle
- niedriger Stromverbrauch
- besonders leiser Betrieb
- gute Kombinierbarkeit mit Photovoltaik
- sinnvolle Ergänzung durch einen Batteriespeicher
- Betrieb ohne klassische Erdsonden
- langfristig niedrige Betriebskosten
- moderne Heiztechnik für Neubau und Sanierung
Welche Vorteile im konkreten Gebäude besonders relevant sind, hängt vom gewählten System und dem individuellen Energiekonzept ab.
Kann ich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren?
Ja. Moderne Sole-Wasser-Wärmepumpen lassen sich mit Photovoltaik und Batteriespeichern kombinieren.
Das ist sowohl bei PVT- als auch bei EQ-Air-Konzepten möglich. PVT geht dabei noch einen Schritt weiter: Das Modul erzeugt auf der Vorderseite Strom und stellt auf der Rückseite Umweltenergie für den Solekreis bereit.
Auch intelligentes Energiemanagement kann in ein entsprechendes Gesamtkonzept eingebunden werden.
Eignet sich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe auch für eine Sanierung?
Ja. Die von naturwärme eingesetzten Sole-Systeme sind sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen vorgesehen.
Entscheidend ist jedoch immer das konkrete Gebäude. Wärmebedarf, vorhandene Technik und das geplante Energiekonzept müssen zusammenpassen.
Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, welche Wärmepumpe für jedes Haus die richtige Lösung ist. Die Auswahl sollte auf die Anforderungen des jeweiligen Gebäudes abgestimmt werden.
Welche Sole-Wasser-Wärmepumpen setzt naturwärme ein?
naturwärme setzt unter anderem auf Sole-Wasser-Wärmepumpen von iDM und Ecoforest.
Was bietet die iDM iPump T7?
Die iDM iPump T7 arbeitet mit modulierender Invertertechnologie und besitzt einen Leistungsbereich von 2 bis 7 kW.
Sie ist für Neubauten und Sanierungen vorgesehen und kann mit PVT, Photovoltaik und Batteriespeicher kombiniert werden.
Durch die modulierende Technik kann sich das Gerät an den Wärmebedarf des Gebäudes anpassen.
Was bietet die Ecoforest ecoGEO+?
Die Ecoforest ecoGEO+ arbeitet ebenfalls mit Invertertechnologie und kann mit unterschiedlichen Solequellen kombiniert werden.
Zu ihren Eigenschaften gehören:
- Vorlauftemperaturen bis 70 °C
- Einsatz im Neubau und in der Sanierung
- Kombination mit verschiedenen Solequellen
- Kombination mit Photovoltaik und Speicher
Welche Wärmepumpe besser zum Gebäude passt, hängt von den jeweiligen Anforderungen und dem geplanten Energiekonzept ab.
Welche Lösung passt zu meinem Haus?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind die Anforderungen Ihres Gebäudes und das geplante Energiekonzept.
PVT kann interessant sein, wenn Strom und Umweltenergie über ein gemeinsames Dachsystem gewonnen werden sollen. EQ-Air bietet sich besonders für Gebäude ohne geeignete Grundstücksfläche an und kommt ohne Außengerät im Garten aus.
Auch die passende Sole-Wasser-Wärmepumpe muss auf das jeweilige Projekt abgestimmt werden. Genau deshalb betrachten wir nicht nur ein einzelnes Gerät, sondern entwickeln ein passendes Energiekonzept für das Gebäude.
Sie möchten wissen, ob eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit PVT oder EQ-Air zu Ihrem Gebäude passt? naturwärme berät Sie kostenfrei und unverbindlich und entwickelt mit Ihnen ein passendes Energiekonzept.
